Selbstliebe braucht Präsenz
- 23. Juni
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 25. Juni
Vielleicht kennst Du das: Du kümmerst Dich um andere, erfüllst Deine Aufgaben, funktionierst im Alltag – und manchmal bleibt dabei das Gefühl, nicht wirklich bei Dir selbst zu sein. Du bist ständig beschäftigt und innerlich erschöpft, oft auch kritisch mit Dir selbst, obwohl Du Dein Bestes gibst.
An solchen Punkten entsteht häufig ein inneres Bedürfnis nach Verbindung, Nähe und Liebe. Und nicht selten richtet sich dieser Wunsch zunächst nach außen – zu anderen Menschen, in Beziehungen, in Anerkennung oder Zugehörigkeit.

Doch genau hier liegt ein wesentlicher Wendepunkt: Diese Form von Liebe wird oft im Außen gesucht, bevor sie im eigenen Inneren überhaupt verankert ist.
Selbstliebe ist ein Begriff, der in Coaching und therapeutischer Begleitung häufig verwendet wird. Gleichzeitig wissen viele Menschen nicht so recht, was sie damit anfangen sollen. Wie schenkt man sich selbst eigentlich Liebe?
Oft wirkt der Begriff groß, anspruchsvoll und irgendwie unerreichbar. Statt Orientierung zu geben, löst er nicht selten Ratlosigkeit aus. Manche Menschen denken dabei sofort an ihre vermeintlichen Schwächen oder an all das, was sie an sich selbst nicht mögen. Das verhindert jedoch genau das, worum es bei Selbstliebe eigentlich geht.
Deshalb möchte ich das Thema vereinfachen und einen Weg beschreiben, wie Selbstliebe ganz praktisch und alltagstauglich gelebt werden kann – einen Weg, den ich selbst regelmäßig praktiziere.
Alles beginnt mit der Beziehung zu Dir selbst
Entscheidend ist zunächst, was Du über Dich selbst denkst. Denn die Gespräche, die Du täglich in Deinem Inneren mit Dir führst, prägen Dein Selbstbild tiefgreifend.
Sie entscheiden darüber, ob Du mit Dir selbst in Frieden lebst oder in Dauerkritik verweilst. Ob Du Dich mit Dir verbunden fühlst oder Deinen Wert vor allem im Außen suchst – in dem, was Du leistest, wie Du aussiehst oder im Vergleich mit anderen abschneiden.
Viele von uns haben gelernt, ihre Aufmerksamkeit überwiegend auf das Außen zu richten. und haben das kosmische Gesetz, dass alles zunächst auf Gedankenebene existiert zu wenig Beachtung geschenkt oder das hermetische Gesetz „wie Innen so außen“ in seiner Tragweite unterschätzt.
Denn Deine innere Stimme besitzt die Macht Dich zu stärken oder zu entmutigen. Sie kann Dich mit Mitgefühl begleiten oder Dich abwerten und verurteilen. Der innere Dialog ist deshalb ein wesentlicher Schlüssel für Selbstwert, Selbstakzeptanz und Selbstliebe.
Der erste Schritt: Wahrnehmen
Bevor sich etwas verändern kann, braucht es Bewusstheit. Daher ist es wichtig, Dir selbst gewahr zu werden, was es da „in Dir über Dich denkt“.
Die Beziehung zu uns selbst ist die wichtigste in unserem Leben, da daraus alle weiteren Beziehungen resultieren. Doch uns selbst ins Zentrum und in den Mittelpunkt zu stellen haben wir so nicht gelernt und wird bis heute häufig mit Egoismus verwechselt.
Dabei profitieren letztendlich alle davon, wenn Du mit Dir selbst verbunden bist. Menschen, die sich selbst schätzen, ausgeglichener sind und sich innerlich angenommen fühlen, begegnen ihrem Umfeld meist entspannter, authentischer und liebevoller.
Kontakt mit Dir
Damit dieser Zustand entstehen kann, braucht es Zeit mit Dir selbst.
Momente, in denen Du aufhörst zu kämpfen. Momente, in denen Du nicht funktionieren, leisten oder Dich verbessern musst. Stattdessen darfst Du beginnen wahrzunehmen:
Was empfinde ich gerade? Wie fühlt sich mein Körper an?
Wie geht es mir wirklich? Welches Gefühl zeigt sich?
Dabei musst Du nichts verändern und keine Lösung finden. Es genügt, wahrzunehmen, was da ist.
Achtsam. Offen. Ohne Bewertung.
Viele Menschen vermeiden diesen Kontakt mit sich selbst, weil sie befürchten, auf unangenehme Gefühle zu stoßen. Vielleicht warten dort Traurigkeit, Enttäuschung, Einsamkeit oder alte Verletzungen, die lange keinen Raum bekommen haben. Nicht aus Schwäche wenden wir uns oft von uns selbst ab, sondern aus dem verständlichen Wunsch heraus, diesen Schmerz nicht spüren zu müssen.
Doch genau dort beginnt echte Selbstzuwendung: wenn Du bereit bist, auch das Unangenehme liebevoll wahrzunehmen. Nicht, um darin stecken zu bleiben, sondern damit das, was in Dir gesehen werden möchte, endlich gesehen werden darf.
Selbstliebe ist kein Ziel
Selbstliebe ist kein Ziel, dass Du irgendwann erreichst und dann dauerhaft besitzt. Sie beginnt immer wieder neu – in dem Moment, wo Du Dich Dir selbst zuwendest.
Daher ist tägliches bewusstes in Dich hineinfühlen wie eine tägliche Selbstliebe Dusche – ungeteilte – neutrale Aufmerksamkeit für Dich, nur mit Dir. Denn genauso wie wir unser Hungergefühl täglich stillen, wollen auch alle anderen Gefühle täglich bewusst aufs Neue gefühlt und wahrgenommen werden. Nicht einmal, sondern immer wieder.
Schenke Dir Zuwendung
Selbstliebe braucht Präsenz – ganz einfach und pur. Sie zeigt sich in Sätzen wie: Ich nehme mich selbst ernst. Ich höre mir zu. Ich bin bei mir. Ich kann mich spüren und fühlen. Die tägliche Zuwendung zu Dir selbst schafft Nähe. Du wirst wieder mit dir selbst vertraut und schenkst dir Zuwendung, Aufmerksamkeit und letztendlich Liebe.
Somit ist Selbstliebe kein Ziel das wir erreichen – sondern ein Weg, den wir immer wieder täglich neu betreten.
Jeden Tag, in kleinen Momenten. Beim Atmen, beim Essen, beim spazieren gehen - im bewussten mit uns Sein.
Wenn Du mehr in der Wahrnehmung anstatt in der Bewertung bist, beginnt sich etwas zu entspannen. Durch Deine Erlaubnis, dass alles so sein darf wie es ist, entsteht mehr Raum.
Und Dein Selbstwert, Deine Selbst-Akzeptanz und Selbstliebe wächst, aus der Verbindung zu Dir her
Fragen für Deinen täglichen „Check-In“
Nimm Dir einige Minuten Zeit und frage Dich:
Wie gehe ich innerlich mit mir um?
Welche Beziehung habe ich wirklich zu mir selbst?
Ist mein innerer Dialog eher liebevoll und unterstützend oder kritisch und abwertend?
Fühle ich mich mit mir verbunden oder funktioniere ich hauptsächlich im Außen?
Wie spreche ich mit mir, wenn ich einen Fehler mache?
Welchen Tonfall pflege ich mir selbst gegenüber?
Würde ich so mit einem Kind oder einem geliebten Menschen sprechen?
Was wäre heute ein mitfühlender Satz an mich selbst?
Welche kleine Handlung könnte ich heute wählen, um mir selbst Aufmerksamkeit und Fürsorge zu schenken?
Eine Einladung
Wenn Du Dir dabei Unterstützung wünschst, höre gerne meine kostenlose Meditation „Dein täglicher Check-in“. Sie begleitet Dich dabei, den Kontakt zu Deinen Empfindungen und Gefühlen wieder bewusster wahrzunehmen.
Ich freue mich über Dein Feedback, Deine Gedanken und Deine Erfahrungen.
Herzlich,
Constanze



Kommentare